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Pieter Brueghel der Ältere, Turmbau zu Babel (1564). Quelle: Wikimedia commons Pieter Brueghel der Ältere, Turmbau zu Babel (1564). Quelle: Wikimedia commons

Gott

Wunderglaube - ein Ausdruck christlichen Glaubens oder Zeichen für unaufgeklärte Frömmigkeit?

Der Glaube an heilige Männer und Frauen, die Wunder wirken, Reliquienverehrungen, Erscheinungen von Maria, der heilige Gral – das alles sind und waren Ausdrucksformen christlicher Frömmigkeit.

In der Kirchengeschichte hat es immer wieder Erfahrungen des Heiligen gegeben, die mitten in dieser Welt lokalisiert wurden. Gegenstände, Orte oder Personen können diesen Status des Heiligen gewinnen. Auch heute noch erregen Berichte über wunderhafte Geschehnisse Aufmerksamkeit und werden durch die Medien verbreitet. Ist dieser Wunderglaube ein genuiner Ausdruck christlichen Glaubens oder ist er nur ein Zeichen für eine unaufgeklärte Frömmigkeit?  

Mit dieser Fragen beschäftigte sich die Tagung "Wunderbares glauben? Vorstellung des Heiligen in der Diskussion im Jahre 2011 an der Akademie. Mit dieser Tagung knüpfte er an die Ringvorlesung „Glaublich – aber unwahr? (Un-)Wissenschaft im Christentum“, an, zu der das Zentrum für Religion und Gesellschaft (ZERG) an der Universität Bonn im Sommersemester 2011 eingeladen hatte.

Marial. Foto: kryczka_d - Fotolia.com Marial. Foto: kryczka_d - Fotolia.com

Die folgenden Vorträge wurden auf der Tagung diskutiert:

"Gründungswunder des Christentums? Die Auferstehung Christi in der altkirchlichen Diskussion" Der Auftaktvortrag des Bonner evangelischen Theologen und Kirchengeschichtlers Professor Dr. Wolfram Kinzig beschäftigte sich mit einem zentralen Element des christlichen Glaubens, der Auferstehung Jesu Christi, und ihrer Bedeutung für die frühe Kirchengeschichte („Gründungswunder des Christentums. Die Auferstehung Christi in der altkirchlichen Diskussion“). Wolfram Kinzig ist auch Sprecher des Vorstands vom ZERG.

Was ist der Heilige Gral und wo ist er geblieben? Die literarische Tradition der christlichen Legende vom Heiligen Gral griff der Berliner Germanist und Mittelalterforscher Professor Dr. Volker Mertens auf. "Mit Jesus Christus und Maria Magdalena hat der Gral ursprünglich nichts zu tun. Keltische, vielleicht auch östliche Kulte stehen am Ursprung des geheimnisvollen Gefäßes, das vor 1200 wie aus dem Nichts auftaucht und schnell zum Heiligen Gral mutierte. Er symbolisiert eine subjektive Religiosität neben den Ritualen und Hierarchien der Kirche. Seit ihrer Wiederbelebung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird die Gralssage zur Projektionsfläche für Staatsfrömmigkeit und Kunstreligion, sie wird kulturkritisch gewendet und trivialisiert, zum Gegenstand von politischen und klerikalen Verschwörungstheorien. Ist der heutige Gral vielleicht ein Sportpokal?"

Wo und wem ist die Mutter Gottes erschienen? Professor Dr. Albert Gerhards, katholischer Theologe und Geschäftsführender Direktor des Bonner Instituts für Liturgiewissenschaft, ging der Geschichte der Marienerscheinungen nach. "Erscheinungsgeschichten spielen im Christentum seit den Auferstehungserzählungen der Evangelien eine bedeutende Rolle. Auch über Erscheinungen von Heiligen, insbesondere der Mutter Jesu, wird schon früh berichtet. Die Kirchen waren meist eher zurückhaltend in der Anerkennung von solchen Visionen, doch ist einiges davon in die Lehre und die Liturgie eingeflossen.

Das Heilige aus protestantischer Sicht „Das Heilige aus protestantischer Sicht“ stand im Mittelpunkt des Vortrags von Professor Dr. Michael Roth von der Evangelischen Fakultät der Bonner Universität.

Beschreibungen und Darstellungen von "Heiligem" in außerchristlichen Religionen. Abschließend gab der vergleichende Religionswissenschaftler Professor Dr. Bernhard Maier, Universität Tübingen, einen Überblick über „Beschreibungen und Darstellungen von Heiligem in außerchristlichen Religionen“. Weiterhin führte Maier aus: "Seit Rudolf Ottos gleichnamigem Werk aus dem Jahr 1917 haben 'Das Heilige' und 'Die Diskussion um das ‚Heilige' (so der Titel eines Sammelbandes aus dem Jahr 1977) in der Religionswissenschaft eine  herausragende Rolle gespielt. Doch mit welcher Berechtigung kann man 'das Heilige' zu einem Grunddatum aller (und nicht nur einiger) Religionen erklären? Und wie wird das, was wir aus ganz verschiedenen Sprachen unter Rückgriff auf die jüdisch-christliche Tradition mit dem Wort 'heilig' übersetzen, in den jeweiligen Kulturen beschrieben und dargestellt? Der Vortrag nähert sich diesen Fragen mit einem Rückblick auf die Geschichte der Religionswissenschaft und drei stichprobenartigen Sondierungen in den Religionen der Germanen, des Alten Ägypten und des Buddhismus."

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hbl / 18.10.2011



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