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Gott

Ist Gott allmächtig, ohnmächtig oder nur abwesend angesichts von Katastrophen?

Die Frage nach der Rechtfertigung Gottes, die sog. Theodizee-Frage, angesichts von Leidens und Sterben in der Welt  ist eine der großen Herausforderungen für den Glauben an Gott. Sie wird in der jüdischen und christlichen Theologie seit jeher diskutiert.

Foto: © XtravaganT - Fotolia.com LupeFoto: © XtravaganT - Fotolia.com

2011 ereignete sich die durch ein Erdbeben ausgelöste Nuklearkatastrophe von Fukushima. Die Spätfolgen des atomaren Unfalls sind für Natur und Mensch nicht absehbar. Wo war Gott? Diese Frage kann man immer wieder stellen, wenn Katastrophales geschehen ist, sei es in Fukushima oder beim Tsunami in Thailand 2004, bei den Massentötungen in Auschwitz oder beim Erdbeben von Lissabon 1755.  Wie lassen sich solche Schrecknisse vereinbaren mit einem Gottesbild, das Gott als allmächtig, allgütig und allwissend annimmt? Diese Frage stand auch im Mittelpunkt einer Tagung an der Akademie: "Ist das Leiden der Welt von Gott gewollt? Zum Theodizee-Problem"

Wie kann christliche Theologie heute auf die Frage antworten: Warum lässt Gott Leid und Katastrophen zu? 
„Immer wieder hat es Versuche gegeben, die Spannung zwischen Leiderfahrung und Gottesverständnis auf einfache Weise zu lösen. ‚Gott ist nicht gütig’, oder ‚Gott ist nicht allmächtig’ oder ‚Gott existiert nicht’, so lauten die bekanntesten Antworten“, resümiert Dr. Frank Vogelsang. „Bei der Konzeption der Tagung ging es uns um den konkreten Gegenwartsbezug. Wir haben uns damit auseinandergesetzt, wie christliche Theologie heute mit der existentiellen Frage 'Wie kann Gott das zulassen' umgehen kann.“. Die Tagung wurde gemeinsam mit  Gerrit Heetderks, dem Leiter des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Nordrhein e.V., und der Pfarrerin Kirsten Arnswald, der Leiterin des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Südrhein, die Tagung veranstaltet.  

Professor Dr. Christian Link stellte mögliche theologische Modelle vor 
Der evangelische Systematiker Professor Dr. Christian Link, Bochum, stellte theologische Überlegungen dazu vor. Neben Forschungen zur Schöpfungstheologie und dem Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften hat Link sich ausführlich mit dem Theodizee-Gedanken beschäftigt. Vor wenigen Jahren hat er zusammen mit dem Alttestamentler Walter Dietrich, Bern, die 2-bändige Darstellung „Die dunklen Seiten Gottes“ vorgelegt.  

Hat bereits eine lange Tradition: Die Theodizee-Frage in der Philosophie und Theologie
In einem zweiten Vortrag gab Link einen Überblick über die Theodizee-Frage in der philosophischen und theologischen Tradition. Die Liste der Lösungansätze ist lang und reicht weit bis in die Antike hinein. Der Kirchenlehrer Augustinus beschäftigte sich ebenso mit diesem Problem wie Luther, Gottfried Wilhelm Leibniz in der Zeit der Aufklärung oder die Philosophen Hans Jonas und Alfred N. Whitehead im 20. Jahrhundert.  

Blick auf die Bibel: Eine Bestandsaufnahme zu Unrecht, Gewalt und Leid in den biblischen Büchern
Auch in der Bibel selbst wird bereits die Theodizee-Frage thematisiert. Vor allem die Geschichte des gläubigen Hiob ist kollektiv im Gedächtnis. Trotz allen Leids, das er erfährt, bleibt er unbeirrt und fragt: „Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?“ Die Tagung weitete den Blick über die Hiob-Geschichte hinaus und gab eine Bestandsaufnahme zu Unrecht, Gewalt und Leid in der Bibel. Das Alte Testament stellte Pfarrer Dr. Dietrich Knapp vor, Leiter der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf. Der Bonner Neutestamentler Professor Dr. Günter Röhser, der u. a. über religiöse Vorstellungen in der biblischen Antike arbeitet, ging auf das Neue Testament ein.  

Wie kann die Theodizee-Frage in der kirchlichen und gemeindlichen Arbeit behandelt werden?
Zum Abschluss wurd ees konkret: Wie kann die Theodizee-Frage in der kirchlichen und gemeindlichen Arbeit behandelt werden? Mit der von Gerrit Heetderks moderierten Diskussion zu Themen, Methoden und Anregungen der Theodizee-Frage schloß die Tagung.  

 

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hbl / 14.03.2012



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