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Gott

Tagungsreihe zur weisheitlichen Theologie

2003 hat die Evangelische Akademie im Rheinland in Kooperation mit Prof. Dr. Johannes von Lüpke, Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel, eine Tagungsreihe zur weisheitlichen Theologie begründet und in den folgenden Jahren 12 Tagungen zu Grundfragen des christlichen Glaubens durchgeführt, die alle in Buchform veröffentlicht worden sind.

Weltchronik von Hartmann Schedel, 1493: Der 6. Schöpfungstag. Wikimedia commons

Weltchronik von Hartmann Schedel, 1493: Der 6. Schöpfungstag. Wikimedia commons

Diese Tagungsreihe beschäftigt sich mit der Rolle und Praxisrelevanz der Theologie für das Leben im 21. Jahrhundert. Ausgangspunkt für die Suche nach einer weisheitlichen Theologie ist die Beobachtung, dass die Theologie als konstruktiv-kritische Reflexion des christlichen Glaubens sowohl im Umfeld der universitären Forschung als auch im kirchlichen Kontext sich grundlegenden Herausforderungen stellen muss. Die Initiatoren der Tagungsreihe, Prof. von Lüpke und Dr. Vogelsang, sehen die Ursache dafür in einer tiefergreifenden kulturellen Entwicklung, die auch mit dem Verständnis von Wissenschaft im Allgemeinen zu tun hat.

Der Kreis der Vorbereitenden ist schon bald nach dem Start der Reihe durch die Beteiligung von Prof. Dr. Dr. Werner Brändle und Prof. Dr. Christiane Burbach erweitert worden.

Allgemeine Auffassung von Wissenschaft wird immer stärker von Naturwissenschaften bestimmt 
Die allgemeine Auffassung von Wissenschaft in der wissenschaftspolitischen Diskussion tendiert in immer stärkerem Maße in Richtung auf ein Paradigam, das von den Naturwissenschaften bestimmt ist. Geisteswissenschaften und insbesondere die Theologie haben innerhalb dieser Vorgaben immer eine prekäre Rolle. Ihre Existenz muss je und je neu begründet werden. Darüber hinaus gibt es für die Theologie eine Debatte darum, welche Rolle eine konfessionell gebundene Wissenschaft innerhalb der Universität spielen kann. Die evangelische Theologie hat die Anforderungen, die die Aufklärung an wissenschaftliches Arbeiten stellte, für das eigene Selbstbild positiv aufgenommen und für sich zu einem Maßstab gemacht. Doch führt dies weniger zu einer eindeutigen Lösung, sondern eher zu einer ständigen Problemlage: Wie lassen sich die notwendige Bereitschaft, wissenschaftliche Hypothesen zu kritisieren und gegebenenfalls zu revidieren, mit dem Offenbarungsanspruch der christlichen Religion vereinbaren?
Es blieb in der Folgezeit immer wieder umstritten, inwieweit die Theologie Wissenschaft sei und welchen Kriterien für Wissenschaftlichkeit sie sich zu eigen machte.

Tagungsreihe benennt Herausforderungen der Theologie und diskutiert Lösungsansätze
Die Tagungsreihe hat sich zur Aufgabe gemacht, die Herausforderungen, vor denen die Theologie steht, zu benennen und mögliche Antworten und Einstellungen zu diskutieren. Gibt es dabei eine Möglichkeit, an die alte Tradition weisheitlichen Denkens anzuknüpfen, und wenn ja, in welchem Sinne? Wie kann man das Verhältnis der Theologie zu empirischen Wissenschaften fassen und wie ist das Verhältnis der Theologie zu anderen eng verwandten Geisteswissenschaften wie der Philosophie? Offenkundig ist, dass die Möglichkeit zu einer lebensweltliche Verortung für die Theologie keine Randbedingung unter anderen sondern konstitutiv ist. Die Tagungsreihe entwickelt sich deshalb entlang von Fragestellungen, die über den Deutungsraum von Wissenschaften hinaus geht und auf die existentielle und lebensweltliche Verbindungen hinweist.   

Eine Tagung - ein thematischer Aspekt
Dabei steht jeweils ein einzelner Aspekt im Fokus der Tagung.  

Zum Nachlesen: die Tagungsdokumentation in der Schriftenreihe "Begegnungen" 
Zu den Tagungen der Reihe sind in der Akademie-Schriftenreihe „Begegnungen“ Dokumentationen erschienen. Sie sind direkt über die Akademie zu beziehen oder über den Buchhandel.

Frank Vogelsang/ hbl / 27.12.2015


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