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Mensch

Über Menschen und Menschenaffen

Auf den Spuren von Jane Goodall
Eine Tagung in Kooperation mit dem Institut für Theologische Zoologie, Münster

Jane Goodall bei ihrer Arbeit mit den Schimpansen. Foto: Michael Neugebauer

Jane Goodall bei ihrer Arbeit mit den Schimpansen. Foto: Michael Neugebauer

Auf dem Feld der Primatenforschung hat die heute 76jährige Britin Jane Goodall Bahnbrechendes geleistet. Bereits zu Beginn der 60er Jahre, also schon vor über 50 Jahren, hat sie in Tansania ihre intensiven Forschungen über die Schimpansen begonnen. Ihre Langzeitstudien waren Pionierarbeiten, die unser Bild von den Affen nachhaltig veränderten. So entdeckte sie z.B., dass Schimpansen eine komplexes und differenzierte Laut- und Verständigungssystem haben, kurzfristig planen können und, wie eingangs erwähnt, Werkzeuge benutzen und herstellen. Bei ihren Forschungen musste sie aber auch ihr Bild korrigieren, Affen seien von Natur aus friedlich sind. Sie stellte fest, dass sie auch zu großen Aggressionen fähig waren.

„Wir müssen jetzt Werkzeug neu definieren oder Mensch neu definieren oder Schimpansen als Menschen akzeptieren“. Mit diesen Sätzen reagierte Louis Leakey, der Mentor der britischen Primatenforscherin Jane Goodall, auf einen Bericht Goodalls über ihre neuesten  Beobachtungen an Schimpansen. Sie hatte  festgestellt, dass Schimpansen Gegenstände nicht nur als Werkzeuge benutzen, sondern auch selbst aus Gegenstände Werkzeuge herstellen - Kulturleistungen, die man zuvor als exklusive Fähigkeiten des Menschen angesehen hatte.

Wie steht es heute um das Verhältnis von Menschen und Menschenaffen?

 

Goodall machte ihre Beobachtungen in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.  Wie steht es heute um das Verhältnis von Menschen und Menschenaffen? Unser Verhältnis zu den Menschenaffen ist von jeher von einem eigentümlichen Wechselbad von Ferne und Nähe bestimmt. Einerseits sind Affen immer wieder als Stereotype des Wilden und Unzivilisierten benutzt worden. Andererseits entdecken wir in den Affen menschliche Züge und ungeahnte Nähen. Das verwundert nicht, denn die Menschenaffen sind unter allen Lebewesen die nächsten Verwandten der Menschen. So stimmen 97,7 Prozent der DNS des Gorilla, 98,4 % der DNS des Schimpansen mit der des Menschen überein.

Interdisziplinäre Annäherungen

Eine Tagung der Akademie leuchtete das Verhältnis interdisziplinär aus: So stellte Rainer Hagencord, Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster und sowohl katholischer Theologe als auch Biologe, die Frage: „Ist der Mensch (nur) ein betender Affe? Möglichkeiten und Grenzen einer „Biologie der Religion“. Der Philosoph Professor Dr. Michael Weingarten von der Universität Stuttgart beleuchtete das Affe-Mensch-Verhältnis aus philosophischer Sicht. Der deutsche Dokumentarfilmer Lorenz Knauer nahm als Vertreter des Jane Goodall Instituts Deutschland und als Referenten an der Tagung teil.

 

 

hbl / 26.03.2011


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