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Internationale Tagung zum Thema Zeit: Alles fließt!?

Die ESSSAT-Tagung 2013 setzte sich auseinander mit den unterschiedlichen Auffassungen der Zeit in den Natur- und Geisteswissenschaften.

Foto: INFINITY - Fotolia.com

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Zeit ist eine grundlegende Größe für fast alle Wissenschaften, Ausnahmen bilden höchstens die Mathematik und die klassische Logik. Dabei wird die Zeit in den einzelnen Wissenschaften sehr unterschiedlich interpretiert.

Der differenzierte Zeitbegriff in der Physik
In der klassischen Physik ist Zeit eine abstrakte lineare Ordnungsgröße, die unterschiedliche Zeitpunkte kennt, die alle gleich gewichtet sind. In bestimmten Interpretationen des quantenphysikalischen Messprozesses dagegen können bestimmte Zeitpunkte mit irreversiblen Veränderungen verbunden werden. Und durch den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik gewinnt die Beschreibung physikalischer Prozesse eine eindimensionale Ausrichtung. 

Die Zeit als konstitutiver Faktor in Natur- und Geisteswissenschaften
Die Zeit ist schließlich ebenso konstitutiv für die Darstellung von psychischen, biographischen und geschichtlichen Prozessen wie für die zahlreicher ökonomischer, etlicher geologischer und biologischer sowie einiger chemischer Prozesse.  

Erlebte Zeit als individuelle Dimension
Ein wieder ganz anderer Zeitbegriff erschließt sich, wenn man auf die Erlebnisdimension eingeht: Die Gegenwart erscheint hier gedehnt und herausgehoben, eingespannt zwischen dem, was gerade war, und dem, was jetzt eben anhebt.

Gibt es die "eine" Zeit?

All diese disziplinären Beschreibungen sind mit sehr unterschiedlichen Konzepten von Zeit verbunden. Ist es dann noch gerechtfertigt von „der“ einen Zeit im Singular zu reden? Lassen sich all diese Deutungen miteinander vereinbaren? Oder muss man aufgrund der unterschiedlichen Erscheinungsweisen die Rede von der Zeit als einer einzigen Größe fallen lassen?

Diese Fragen zeigen, dass die Diskussion um das Verständnis von Zeit ein paradigmatisches Feld für die Bewährung interdisziplinärer Arbeit sein können, insbesondere für den Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie.

Eine Tagung im Rahmen der ESSSAT-Reihe
Die Tagung setzte eine Reihe von interdisziplinären Tagungen fort, die alle zwei Jahre an der Akademie stattfinden. Ständige Kooperationspartner sind die European Society for the Study of Science and Theology (ESSSAT), die Forschungsstäte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) und das Evangelische Studienwerk Villigst. Diese Tagungen pflegen den Dialog zwischen den Naturwissenschaften und der Theologie in besonderer Weise und geben Gelegenheit, Netzwerke zwischen Theologie, Philosophie und Naturwissenschaften zu fördern und auszubauen.

19 Referentinnen und Referenten stellen im Rahmen von Workshops ihre Thesen vor
Deshalb ist der größte Teil der Tagungen jeweils Workshops vorbehalten. Dieses Mal  stellten 16 Referentinnen und Referenten aktuelle Forschungsprojekte zum Thema vor und diskutierten sie mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Referentinnen und Referenten kommen aus unterschiedlichen Wissenschaftssparten.

 

hbl / 21.06.2013


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