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Mensch

Darf man Leben patentieren?

Am Mittwoch, 16. Juni 2010, fand in der Akademie das 4. Bioethikforum der Evangelischen Kirche im Rheinland statt.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage:

Darf man Leben patentieren?

Dies Frage ist nach wie vor höchst aktuell - das zeigen die umstrittenen Patente des Europäischen Patentamtes auf Lebewesen, der Streit um die Patentierung von menschlichen Stammzellen vor dem Europäischen Gerichtshof ebenso wie die Vorstöße in den USA zu neuen Dimensionen der Vermarktung von Leben, indem man künstliche Genome produziert.

Die Entwicklung der Biotechnologien weist auf immer weitere Verwertungsmöglichkeiten, die wiederum eng mit der Patentierungsfrage verbunden sind.

Hauptvortrag hält Professor Dr. Dr. Dr. h.c.Günter Altner

Den Hauptvortrag hielt an diesem Abend der 2011 verstorbene Theologe und Biologe Professor Dr. Dr. h.c. Günter Altner, ein ausgewiesener Experte u. a. im Bereich Gentechnik und Gesundheitspolitik. Altner war Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Instituts Mensch, Ethik, Wissenschaft (IMEW). Das in Berlin ansässige IMEW ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung für interdisziplinäre und unabhängige Forschung in Medizin, Wissenschaft und Ethik.

Das Bioethikforum - auch ein Ort des Austausches

Das Bioethik-Forum der Evangelischen Kirche im Rheinland hat sich 2007 an der Akademie konstituiert. Es ist ein offenes Forum, das sich an all jene richtet, die an bioethischen Diskussionen Interesse haben, insbesondere auch an die Aktiven aus den Gemeinden, Kirchenkreisen und aus kirchennahen Einrichtungen. Die Fragen der Biowissenschaften und der Medizintechnologien stellen an unsere Gesellschaft immer wieder neue Herausforderungen in der ethischen Orientierung. 

Zum Thema

Patente können u. a. beantragt werden auf menschliche Gene, auf Tiere oder auch auf Pflanzen. Insgesamt gibt es bereits etwa ein Dutzend Patente auf Tiere, hundert Patente auf Pflanzen und einige hundert Patente auf menschliche Gene. Darunter das 1992 erteilte Patent für die sogenannte genmanipulierte Krebsmaus, ebenso wie zahlreiche Patente auf Pflanzen, wie z.B. die Anti-Matsch-Tomate.

Diejenigen Unternehmen, die ein solches Patent erteilt bekommen, sind dann auch als einzige dazu berechtigt, das Patent wirtschaftlich zu nutzen. Aber kann Leben zu einer Ware werden oder ist Leben in allen seinen Erscheinungsformen nicht ein unverfügbares Gut?

hbl / 09.06.2010


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