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Mensch

Kooperation oder Konkurrenz - Was motiviert unser Handeln?

Mit den Motiven menschlichen Handelns beschäftigte sich 2014 das VIII. Forum Neuroethik: „Kooperation oder Konkurrenz – Was motiviert unser Handeln?“

© hobbitfoot - Fotolia.com Lupe© hobbitfoot - Fotolia.com

Was motiviert unser Handeln? Ist es die Bereitschaft zur Kooperation, oder sind es nicht eher verdeckte oder offene Konkurrenzverhältnisse? Seit einigen Jahren untersuchen Neurowissenschaftler auch diese wichtige Frage menschlicher Existenz. Sie tun dies in enger Verbindung mit einer klassischen Wissenschaft, der Ökonomie.

Neuere Forschungen ziehen das Menschenbild des rationalen Homo Oeconomicus in Zweifel
Eine der zentralen Aufgaben der Ökonomie ist es, wirtschaftliches Handeln wissenschaftlich zu beschreiben und zu erklären, um so auch das Verhalten von Kollektiven und Märkten zu verstehen. Das Verhalten in Spielexperimenten, wie sie u. a. von Nobelpreisträger Reinhard Selten in Bonn durchgeführt wurden, haben seit den 1980er Jahren das zugrunde gelegte Menschenbild des homo oeconomicus in Zweifel gezogen.

Neuroökonomie: Schon Kleinkinder zeigen Kooperationswillen und Gerechtigkeitssinn
Der Mensch verhält sich nicht allinformiert, rational, gewinnorientiert und egoistisch. Das starke Gewicht von weiteren Einflüssen, allen voran die Emotionen, ist nun auch durch die Neuroökonomie bestätigt worden. Es lassen sich sogar bereits im Kleinkindalter erstaunliche Beispiele für den Kooperationswillen und den Gerechtigkeitssinn von Menschen finden. Welche Veränderungen des Menschenbildes ergeben sich aus den neueren Methoden der Neuroökonomie?

Neuroökonomie: Wie weit reichen die manipulativen Möglichkeiten?
Andererseits eröffnen die Ansätze dieser neuen Wissenschaft auch Möglichkeiten zu neuen Vermarktungsformen. Neuromarketing, also eine gezielte Beeinflussung des Kaufverhaltens, ist eine der umstrittenen Möglichkeiten der neueren Forschung. Wie weit reichen die manipulativen Möglichkeiten? Wie steht es um den Verbraucherschutz? Über diese Fragen wurde auf der Tagung kontrovers diskutiert. 

Prof. Dr. Christian Elger bei seinem Vortrag an der Evangelischen Akademie. Foto: H.Blum LupeProf. Dr. Christian Elger bei seinem Vortrag an der Evangelischen Akademie. Foto: H.Blum

Prof. Dr. Christian Elger im Einführungsvortrag:
Unser Belohnungssystem ist unökonomisch

Der Mediziner Prof. Der. Christian Elger, Direktor der Klinik für Epileptologie am Universitätsklinikum Bonn, hielt den Einführungsvortrag: „Neuroökonomie: Hirnforschung in Personalführung und Marketing“.

"Unser Belohnungssystem ist darauf aus, dass wir fair teilen. Unser System ist unökonomisch, " unterstrich Elger in seinem Vortrag, in dem er auf die Forschungsmethoden und Forschungsergebnisse zur Neuroökonomie einging. Den einzelnen Menschen zu betrachten sei Aufgabe der Psychologie, so Elger. Die Aussagen der Neuroökonomie stützen sich demgegenüber nicht auf solche individuellen Betrachtungen, sondern auf Feldforschungen. Diese Feldforschungen hätten gezeigt, dass das Belohnungssystem ein zentraler Faktor unseres Handelns sei. Dabei verlange es Fairness, nicht Gleichheit, Privilegien müssten angemessen sein. Es sei sträflich es nicht zu nutzen, sagte Elger mit Blick auf z.B. Personalführung oder Schulunterricht.

Prof. Dr. Bernd Weber: Methoden und Perspektiven der Neuroökonomie
Seit 2009 ist Elger auch Direktor des „Center for Economics and Neuroscience“ (CEN) in Bonn. Dessen interdisziplinäre Ausrichtung auf Neurowissenschaften, Wirtschaftsforschung und Psychologie ist in Deutschland einmalig. Ein weiterer Referent, der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Bernd Weber, gehört ebenfalls zum Team des CEN. Er behandelte in seinen beiden Vorträgen Methoden und Perspektiven der Neuroökonomie.

Inwieweit verändern die Forschungsergebnisse der Neuroökonomie unser Menschenbild?  
Stellungnahmen aus neurowissenschaftlicher, philosophischer und sozialethischer Perspektive
Aus theologisch-historischer Sicht näherte sich der evangelische Theologe und Sozialethiker Prof. Dr. Traugott Jähnichen dem Tagungsthema. Er sprach über „Menschenbilder in der Ökonomie früher und heute“.

Der Mediziner und Neuropsychologe Dr. Christian Hoppe, Klinik für Epileptologie, Neuropsychologie Bonn, stellte in seinem Beitrag die Frage: „Hirnforschung – wie geht das und was ist davon zu halten?“ „Modelle vom Menschen“ standen im Mittelpunkt des philosophisch-theologischen Vortrags von Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang. 

Menschen handeln nicht immer rational -
darin treffen sich die neuen Forschungsergebnisse und die Theologie

„Die Ethik spielt eine ganz wichtige Rolle in der kirchlichen Lehre, und deshalb haben wir natürlich ein großes Interesse zu verstehen, wie Menschen handeln“, begründete Dr. Vogelsang die Themenwahl für das diesjährige Forum Neuroethik in einem Vorgespräch mit Publik Forum.

"Wenn Neurowissenschaftler heute feststellen, dass Menschen gar nicht immer rein rational handeln, kommt das dem kirchlichen Menschenbild viel näher. Die Kirche hat immer schon gesagt, dass der Mensch auch Beweggründe hat, die ihm selbst gar nicht bewusst sind. Bei Paulus heißt es, dass er nicht das tut, was er will, sondern das, was er nicht will."

 Weiterführende Informationen
Das ausführliche Programm der Tagung ist am Schluss dieses Artikels zum Download bereit gestellt.

Über die Tagung ist am 30. Januar 2014 ein Bericht in der Reihe "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" im Deutschlandfunk gesendet worden.

 

 

 

 

 

 

 

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hbl / 25.01.2014



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