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Die Evolutionstheorie in der Diskussion

Die Diskussion um das Verhältnis der Evolutionstheorie zu religiösen Vorstellungen von der Schöpfung muss eine zweifache Abgrenzung vornehmen. Das ist die Bilanz einer Tagung zur Evolutionstheorie an der Evangelischen Akademie im Rheinland.

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Im Mittelpunkt der Tagung "Evolutionsbiologie am Anfang des 21. Jahrhunderts", die im Juli 2012 an der Akademie stattgefunden hat, stand das Verhältnis der Evolutionstheorie zu der religiösen Rede von der Schöpfung. Kooperationspartner war die Arbeitsgemeinschaft "Evolution in Biologie, Kultur und Gesellschaft" aus. Der gemeinnützige, wissenschaftliche Verein will das interdisziplinäre Konzept der Evolution verdeutlichen.

„Die Diskussion der Tagung hat gezeigt, dass aus theologischen wie auch wissenschaftlichen Gründen eine zweifache Abgrenzung notwendig ist: einerseits eine Abgrenzung gegen eine religiös-konservative Infragestellung der Evolutionsbiologie, andererseits eine Abgrenzung gegen einen weltanschaulichen Missbrauch der Evolutionsbiologie etwa durch die Behauptung, dass mit der Evolution ein Gottesglaube widerlegt sei.“ So bilanziert Dr. Frank Vogelsang die Ergebnisse der Tagung. 

Die Diskussion hat deutlich gemacht, dass die Evolutionstheorie eine lebendige Wissenschaft ist, die immer wieder vor neuen Herausforderungen steht und diese im interdisziplinären Diskurs zu lösen versucht. Deutlich wurde aber auch, dass es wichtig ist, populäre, aber vereinfachende Interpretationen der Evolutionstheorie kritisch zu befragen. Wie kaum eine andere Wissenschaft wird die Evolutionsbiologie immer wieder für weltanschauliche Deutungen missbraucht. Das gilt insbesondere, wenn man von der strengen methodischen Erkenntnis der Wissenschaften absieht und aus der Theorie allgemeine Aussagen über den Menschen oder die Welt ableiten will. Manche atheistische Positionen berufen sich deshalb zu Unrecht auf angeblich evolutionstheoretische Einsichten.

Der Vorwurf weltanschaulicher Festlegung und Verkürzung muss man aber ebenso den Positionen von Kreationismus und Intelligent Design machen. Hier handelt es sich offenkundig um Versuche, die mit einem bestimmten, eher konservativen Weltbild gekoppelt sind, die in dem Evolutionsgedanken eine Gefahr für die Moralität und den Bestand der Gesellschaft sehen.

Mit dem Intelligent Design, der jüngeren, seit Ende der 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bestehenden Variante des Kreationismus, setzte sich Dr. Andreas Beyer, Professor für Molekulare Biologie an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen-Recklinghausen, in seinem Vortrag auseinander. Ursprungsland des Intelligent Design (ID) sind wie beim Kreationismus die USA. Das ID kann als akademisierte Variante des Kreationismus gelten. ID argumentiert insbesondere mit der Unumkehrbarkeit von entwicklungsgeschichtlichen Prozessen, der sogenannten „irreduziblen Komplexität“: Da biologische Systeme komplex verschachtelt sind, breche ihre Funktionen zusammen, wenn man auch nur eine oder wenige Komponenten entferne. Eine Evolution sei daher durch graduelle, schrittweise Entwicklung unmöglich, so die Vertreter der ID. Beyer führte gegen diese Theorie sowohl methodologische Argumente als auch konkrete Beispiele an. „Das Konzept der ‚irreduziblen Komplexität’ ist ein Fehlschluss“, so Beyer.  

Der Dialog zu Evolution und Schöpfung beinhaltet heute, mehr als 150 Jahre nach der Veröffentlichung von Darwins Werk „Die Entstehung der Arten“, weiterhin noch offene Fragen und stößt auf breites Interesse.

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Dr. Frank Vogelsang/ hbl / 04.08.2012



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