Logo Akademie

Studienleitung

Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang
Tel.: +49 (0) 228 /47 98 98 - 51
Mobil: +49 (0)151 572 080 03
E-Mail an Dr. Frank Vogelsang
Twitter: @F_Vogelsang
Weitere Informationen zur Person

> zum Akademie-Team

Twitter

Twitter aktivieren

Hier Twitter-Dienste aktivieren

Theologie & Naturwissenschaften

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die verbreitete Auffassung, Theologie und Naturwissenschaften seien zueinander gegensätzlich wie Feuer und Wasser, ist ein Mythos.

> weitere Informationen

Termine

Hier finden Sie Termine aus dem Themenschwerpunkt Menschenbilder, Weltbilder, Gottesbilder.

> weitere Informationen

Mensch

Palliativmediziner: Gesetz allein schafft keine Klarheit bei Sterbehilfe

Bonn (epd). Ein neues Gesetz kann nach Ansicht des Direktors der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Bonn, Lukas Radbruch, nicht für eindeutige Klarheit bei der Sterbehilfe sorgen.

Notwendig sei vielmehr eine Wertediskussion, forderte der Mediziner am Freitagabend beim 7. Bioethikforum der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bonn. Es sei zweifelhaft, ob die Frage der Sterbehilfegesetzlich besser geregelt werden könne.

Vielen Patienten und auch Ärzten sei nicht bewusst, dass auch die derzeitige gesetzliche Regelung die Unterstützung beim Suizid nicht unter Strafe stelle, sagte Radbruch, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist. Zwar sei ärztlich assistierter Suizid in 10 von 17 Ärztekammern standesrechtlich untersagt. Allerdings müssten die Landesärztekammern nicht einschreiten und hätten dies zuletzt in den 70er Jahren getan. Zudem hätten Patienten auch nach derzeitiger Gesetzeslage ein Recht darauf, lebensverlängernde Behandlungen abzulehnen. Ärzte müssten in diesem Fall dem Wunsch des Patienten entsprechen.

Radbruch wies darauf hin, dass die Liberalisierung von Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien zu einem starken Anstieg der assistierten Suizide geführt habe. Dazu gehörten auch Menschen, die unterschweren Depressionen, Demenz oder lediglich unter ihrem hohen Alter litten. Durch die Liberalisierung habe sich eine Eigendynamikentwickelt, sagte Radbruch. Die Hauptfrage sei: „Können wir uns als Gesellschaft Regeln geben, die klar genug sind, dass sie nicht entgleisen?“

Die Assistenz beim Suizid sei keine ärztliche Aufgabe, stellte Radbruch klar. Vielmehr müssten Mediziner heraus finden, wo die Gründe für den Todeswunschlägen und nach Lösungen suchen. Oftmals seien es die Schmerzen oder die Angst vor einem Erstickungstod, die den Todeswunsch eines Patientenweckten. Beidem könne in den allermeisten Fällen durch Medikamente gutentgegen gewirkt werden.

Der wichtigste Grund, sterben zu wollen, sei aber nach seiner Erfahrung für die meisten Patienten nicht der Schmerz, berichtete Radbruch. Das größte Problem sei oft die Angst vor der Abhängigkeit und die Sorge, anderen zur Last zu fallen. Dahinter stecke ein hohes Verlangen nach Autonomie und auch ein starker Leistungsgedanke. Hier müsse eine Wertediskussion ansetzen.

Im Herbst will der Bundestag über ein Sterbehilfe-Gesetz entscheiden. Derzeit gibt es vier Gesetzentwürfe, die von einem generellen Verbot der Beihilfe zum Suizid bis zur ausdrücklichen Erlaubnis für Sterbehilfevereine reichen.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd) West, 17.08.2015

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des epd-West

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

epd / 17.08.2015



© 2019, „Mensch-Welt-Gott“ - Evangelische Akademie im Rheinland
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung