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Nachbildung des Gemäldes „Guernica“ von Pablo Picasso (1937), auf Fliesen als Wandbild in Originalgröße in der Stadt Gernika. Foto: Wikipedia Commons, CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/). File: Mural del Gernika.jpg Nachbildung des Gemäldes „Guernica“ von Pablo Picasso (1937), auf Fliesen als Wandbild in Originalgröße in der Stadt Gernika. Foto: Wikipedia Commons, CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/). File: Mural del Gernika.jpg

Solinger Akademietag zum Thema „Der unmenschliche Mensch“

Aggressionskompetenz entwickeln

„Unmenschlichkeit spielt sich nicht nur bei anderen ab“, betonte der Psychologe und Theologe Edwin Jabs beim zweiten Akademietag, den der Evangelische Kirchenkreis Solingen und die Evangelische Akademie im Rheinland am 28. April 2018 gemeinsam veranstalteten: „Sie umgibt uns, und manchmal sind wir auch selbst an ihr beteiligt.“

„Der unmenschliche Mensch - Menschliche Aggression und wie wir mit ihr leben können“ lautete der Titel des Programms, zu dem sich mehr als 50 Teilnehmende in den Bürgersaal der Stadtkirche Mitte einladen ließen.

Dr. Edwin Jabs (rechts). Foto: Jörg Schmidt/Evangelische Kirche Solingen Bild-LupeDr. Edwin Jabs (rechts). Foto: Jörg Schmidt/Evangelische Kirche Solingen

Edwin Jabs: Tragfähige Beziehungen in der Kindheit machen stark im Umgang mit Aggressionen

Edwin Jabs,der als Leiter der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung der Evangelischen Kirche im Rheinland langjährige Erfahrung mit menschlichen Konfliktsituationen hat, setzte sich in seinem psychologisch geprägten Referat skeptisch mit älteren Erklärungsmodellen zur Entstehung von Aggression auseinander. Weder die berühmte Freud´sche Annahme, wonach ein angeborener Aggressionstrieb Menschen immer wieder in Gewalt und Krieg trieben, noch die Frustrations-Aggressions-Hypothese, nach der Aggression lediglich eine heftige Reaktion auf empfundenes Unrecht darstelle, gäben eine hinreichende Erklärung. Stattdessen wies Jabs daraufhin, dass bereits als Kind gemachte Erfahrungen schmerzhafter Zurückweisung und fehlender Bindung zu wichtigen Bezugspersonen ein großes Potential für später unangemessen aggressives Verhalten darstellten. Feste und tragfähige Beziehungen könnten Menschen dagegen helfen, die eigene „Aggressionskompetenz“ besser zu entwickeln.

Superintendentin Dr. Ilka Werner. Foto: Jörg Schmidt/Evangelische Kirche Solingen Bild-LupeSuperintendentin Dr. Ilka Werner. Foto: Jörg Schmidt/Evangelische Kirche Solingen

Dr. Ilka Werner: Die evangelische Kirche tritt ein für das Leitbild vom gerechten Frieden

Die Solinger Superintendentin und Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Ilka Werner, verwies in ihrem theologischen Vortrag darauf, dass die Bibel dem Menschen sowohl das Potential zum Bösen als auch die Fähigkeit zur Gewaltbegrenzung und zum Frieden zuschreibe. Um dieses Friedenspotential zu entwickeln, helfe es dem Menschen, dass er sich auf Gottes Gnade verlassen könne. Werner verwies auf die jüngste Verabschiedung eines Friedenswortes durch die Evangelische Kirche im Rheinland, nach dem die alte kirchliche Lehre vom gerechten Krieg durch ein Leitbild des gerechten Friedens abgelöst werden solle. „Dazu gehören der Schutz vor Gewalt, die Förderung der Freiheit, der Abbau von Not und die Anerkennung kultureller Verschiedenheit“, erläuterte Werner.

Der Vortrag von Dr. Ilka Werner ist im vollen Wortlaut am Schluss des Artikels zum Abruf bereit gestellt.

Dr. Frank Vogelsang: Besinnung auf die Verbundenheit mit anderen

Lupe

Abschließend stellte der Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland, Dr. Frank Vogelsang, noch einen philosophischen Ansatz vor. Zwar werde heutzutage besonders die Individualität betont, es sei aber wichtig, sich wieder stärker auf die Verbundenheit mit anderen zu besinnen. Achtsamkeit für andere und die Entwicklung von Sensibilität für unsere Umwelt seien gerade in heutigen Zeiten wichtig, in denen von vielen die Abgrenzung in den Vordergrund gestellt werde.

Quelle:
Presseinformation des Evangelischen Kirchenkreises Solingen
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Evangelischen Kirchenkreises Solingen

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Thomas Förster, ms / 07.05.2018



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