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Podium der Veranstaltung 'Verändern kann nur, wer sichtbar ist.' V.l.n.r.: Dr. Frank Vogelsang, Ali Can, Iva Krtalic, Tobias Henrix M.A. Foto: Stefan Arend  Auf dem Podium (v.l.n.r.): Dr. Frank Vogelsang, Ali Can, Iva Krtalic, Tobias Henrix M.A. Foto: Stefan Arend

Ein Abend im Gedenken an den 90. Geburtstag des Bürgerrechtlers Martin Luther King

Soziale Medien - Spalter oder Ausgangspunkt gesellschaftsweiter Bewegungen?

Sind heute noch gesellschaftsweite soziale Bewegungen möglich wie zur Zeit des farbigen Baptistenpfarrers und Bürgerrechtlers Martin Luther King, dessen Geburtstag sich am 15. Januar 2019 zum 90. Mal gejährt hat?

Zu dieser Frage haben die Evangelische Akademie im Rheinland, die Katholische Akademie ‚Die Wolfsburg‘ und das Forum Kreuzeskirche Essen an diesem Gedenktag in die Kreuzeskirche nach Essen eingeladen.

Auf dem Podium: Iva Krtalic, WDR und Ali Can, Initiator der Kampagne #MeTwo 
Auf dem Podium standen die Integrationsbeauftragte des WDR, Iva Krtalic, und der 25jährige Sozialaktivist Ali Can. Die Debatte um den Fußballspieler Mesut Özil hat ihn 2018 bewogen, auf Twitter die Initiative #MeTwo zu starten. Der Hashtag macht sichtbar, dass Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Identität beides vereinen, die Kultur ihres Ursprungslandes und die ihrer neuen Heimat. So sei es auch bei ihm selbst, so Can, der Sohn einer immigrierten, türkisch-kurdisch alevitischen Familie ist.

#MeTwo: eine Social-Media-Kampagne mit großer Resonanz  
In wenigen Wochen hat #MeTwo im Sommer 2018 in den sozialen Netzwerken sehr große Resonanz ausgelöst – in ähnlicher Weise wie 2017 die Social-Media Kampagne gegen Alltagssexismus und Missbrauch, die unter dem Hashtag #MeToo (ich auch) geführt wird und auf die Cans Hashtag bewusst anspielt. Beide sind Beispiele für durch die sozialen Medien erzeugte öffentliche Wirksamkeit.

Iva Krtalic: Im Netz ist eine zunehmende Polarisierung zu beobachten
Doch im Blick auf die grundsätzliche Bedeutung sozialer Medien für gesellschaftsweite Bewegungen gab es auf dem Podium unterschiedlichen Einschätzungen. Iva Krtalic sieht eine zunehmende Polarisierung im Netz. Die Social Media hätten zu Anfang die Vielfalt der Wahrnehmung gestärkt. Heute jedoch polarisierten sie und förderten Spaltung, so die Integrationsbeauftragte des Westdeutschen Rundfunks (WDR). #MeTwo habe an positive Beispiele wie den arabischen Frühling oder den Wahlkampf von Obama angeknüpft, doch, so Krtalic, diese „wunderbare Kampagne ist eine Ausnahme angesichts des großen Hasses im Netz.“ Dem können die klassischen Medien etwas entgegensetzen, so die Journalistin. „Die klassischen Medien waren schon immer ein Raum für öffentlichen Diskurs, für das Aushandeln von Regeln, für Sichtbarkeit. Sie können den aktuellen Prozess der gesellschaftlichen Veränderung moderieren, indem sie Menschen in ihrer Vielfalt eine Stimme im öffentlichen Raum geben.“ Dabei müsse man sich aber bewusst sein, dass es keine Hyperobjektivität gebe: „Die Medien sind nie wirklich neutral.“

Ali Can: “#MeTwo und #MeToo geben Raum für Solidarität und Gemeinschaftserfahrungen.
Demgegenüber betonte Ali Can, dass die Kommunikation in den sozialen Medien dazu beitrüge, marginalisierten Gruppen in der Gesellschaft mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu verschaffen: “#MeTwo und #MeToo geben Raum für Solidarität und Gemeinschaftserfahrungen. Erst wenn man über Erfahrungen spricht, werden sie zum Gegenstand im Raum. So schärfen wir unsere Sinne, werden mutiger, partizipieren an den Erfahrungen und gestalten Gesellschaft mit.“ #meTwo habe im Netz viele Milieus erreicht, zum Empowerment beigetragen und Solidarität gestärkt. Dabei hätten sich die Resonanz nicht auf das Netz beschränkt, vielmehr hätte die Initiative auch konkrete gesellschaftliche Prozesse ausgelöst: "Die größte Veränderung beginnt im Kopf. Internetaktionen bleiben keine reinen Internetphänomene. Sie arbeiten an Haltung und Sichtbarkeit, “so Can, der auch Geschäftfsführer des VielRespektZentrums in Essen ist.

"Man trägt viele Identitäten in sich, und das ist gut so.“
Seine Initiative will zunächst Alltagsrassismus sichtbar machen. Doch letztlich sei geht es darum, eine pluralistische Gesellschaft stärken, in der die kulturelle oder nationale Herkunft kein zentrales Unterscheidungskriterium mehr ist und Integration kein Dauerthema. In einer gemeinsam gestalteten pluralistischen Gesellschaft gehe es um ein Miteinander, um gemeinsam geteilte Haltungen und Werte: „Ich will lieber über das reden, was Menschen zeitlos miteinander verbindet statt über Migration und Integration.“ Darin war er sich mit Krtalic einig. Sie unterstrich: „Man trägt viele Identitäten in sich, und das ist gut so.“

Es gibt eine Sehnsucht nach gesellschaftsweiten sozialen Bewegungen
Das Beispiel von #meTwo und auch die Diskussion am Abend habe gezeigt, dass soziale Bewegungen auch heute möglich sind. „Es gibt eine Sehnsucht danach“, so die Veranstalter, Dr. Frank Vogelsang, Evangelische Akademie im Rheinland, und Tobias Henrix, Katholische Akademie ‚Die Wolfsburg. Ohne Sichtbarkeit und Symbole geht dabei  jedoch nicht, auch das sei am Beispiel von #meTwo  ablesbar.

 

Logo der Kampagne Logo der Kampagne "Bildung gegen rechts!" des eeb Nordrhein

Auftakt zur Kampagne „Bildung gegen rechts!“  des eeb Nordrhein
Der Abend war gleichzeitig Auftakt zur Kampagne „Bildung gegen rechts!“ des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Nordrhein-Westfalen (eeb Nordrhein). Im ersten Halbjahr 2019 laden das eeb Nord und seine Zweigstellen im Rahmen dieser Kampagne zu Veranstaltungen ein, die für eine lebendige Demokratie und das gesellschaftliche Engagement aller Bürgerinnen und Bürger werben.
 

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hbl, ms / 18.01.2019



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