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Maschinenwesen. Foto: Pixabay Maschinenwesen. Foto: Pixabay

Tagung zu autonomen selbstlernenden Systemen als Herausforderung für unser Bild vom Menschen

Wo hört künftig der Mensch auf, wo fängt die Maschine an?

Dass Künstliche Intelligenzen möglicherweise Maschinen besser warten können als Ingenieure, erscheint möglich. Aber können sie neue medizinische Wirkstoffe erfinden oder menschliche Mimik lesen? Doch, auch diese Dinge können künstliche Intelligenzen inzwischen zuweilen besser als der Mensch.

Sind also die künstliche Intelligenz und Mensch-Maschine-Symbiosen, sogenannten Cyborgs, der nächste Schritt in der Kette der Evolution?

Diese hochaktuelle Frage stand im Mittelpunkt einer Tagung, zu der die Evangelische Akademie im Rheinland und die Bischöfliche Akademie des Bistums Aachen am Freitag, 28. Oktober und Samstag, 29. Oktober 2016 gemeinsam nach Aachen eingeladen haben: "Das Erwachen der Maschinen. Autonome selbstlernende Systeme als Herausforderung."

Mensch und Werkzeug - das ist eine lange Geschichte
Mensch und Werkzeug – das ist eine lange Geschichte. Bereits seit 2,4 Millionen Jahren nutzen Menschen Werkzeuge. Im Lauf der Zeit haben sie diese Arbeitshilfen immer mehr verfeinert, spezialisiert, ihren Bedürfnissen angepasst. Der Weg führte vom zufällig gefundenen Stein oder Knochen über die bewusste Herstellung von Werkzeugen und komplexe arbeitsteilige Handwerksbetriebe bis hin zu halbautomatischen Industrien.

... und möglicherweise steht ein Paradigmenwechsel an
„Computersysteme haben zunehmend an Selbständigkeit gewonnen.“ Bei dieser Beobachtung setzten die Veranstalter, Dr. Frank Vogelsang, Evangelische Akademie im Rheinland, und Dr. Georg Souvignier, Bischöfliche Akademie des Bistums Aachen, an.

 Mit der Digitalisierung von Alltag und Arbeitswelt, der Entwicklung von eingebetteten oder selbst lernenden Computersystemen bahnt sich heute möglicherweise ein Paradigmenwechsel an.

Selbstlernende technische Systeme werden zu einem Gegenüber
Selbstlernende technische Systeme werden zu einem Gegenüber, das der Mensch nicht mehr im Detail kontrollieren kann. Darüber hinaus können kybernetische Systeme bereits in einen lebenden Organismus implantiert werden. Das geschieht z.B. mit dem Cochlea-Implantat, das tauben Menschen das Hören wieder ermöglicht.

Wo hört zukünftig der Mensch auf, wo fängt die Maschine an? 
Aus anthropologischer Sicht stellt sich daher die Frage: Wo hört künftig der Mensch auf, wo fängt die Maschine an? Müssen wir uns daran gewöhnen, als Menschen Teil von sozio-technischen Systemen zu sein? Was bedeuten diese Entwicklungen für das christliche Menschenbild, für die Einheit von Körper, Seele und Geist und für die Würde des Menschen?

Die Tagung näherte sich diesen Fragen aus interdisziplinärer Sicht. Befragt wurden Physiker, Soziologen und Theologen. 

Vortrag zur Geschichte des Posthumanismus eröffnete die Tagung
Den Eröffnungsvortrag „Künstliche Intelligenzen als Vervollkommnung des Menschen? Zur Geschichte des Posthumanismus“ hielt der Religionswissenschaftler und Soziologe Professor Dr. Oliver Krüger von der Universität Fribourg in der Schweiz

Informationen zum aktuellen Stand der Entwicklung
Professor Dr. Gregor Schöner, theoretischer Physiker und Direktor des Instituts für Neuroinformatik an der Ruhr-Universität Bochum, gab einen Überblick über die Entwicklung autonomer kognitiver Systeme. Der Physik-Professor Dr. Helge Ritter ist Gründer und einer der Direktoren des Bielefelder Forschungsinstituts für Kognition und Robotik. Er informierte über den Stand der Entwicklung sogenannter humanoider kognitiver Roboter, also Roboter, die in Gestalt und Bewegungsabläufen dem Menschen nachempfunden sind.

Zum Schluss: Ethische Aspekte der Entwicklung 
Wie sieht das Miteinander von Mensch und Maschine in der Zukunft aus? Der Theologe und Philosoph Dr. Dr. Bernhard Irrgang, Professor für Technikphilosophie, Technikethik und Angewandte Ethik an der Technischen Universität Dresden, näherte sich abschießend diesem Szenario unter ethischen Aspekten.

Das ausführliche Programm der Tagung ist auf der Internetseite der Akademie abrufbar.

Weiterführender Hinweis

In der Sendung "Studiozeit. Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" des Deutschlandfunks wurde über die Tagung am 3. November 2016 berichtet.

Den Beitrag können Sie unter diesem Link nachhören.

Er ist bis zum 12. Mai 2017 dort abrufbar.

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hbl / 09.11.2016



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