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Theologie & Naturwissenschaften

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die verbreitete Auffassung, Theologie und Naturwissenschaften seien zueinander gegensätzlich wie Feuer und Wasser, ist ein Mythos.

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Theologische Wahrheit und Wahrnehmung

Kann man Glauben sehen?

7. November 2008: Akademietagung zu Ästhetik und Theologie

Quelle: Wikimedia Commons Quelle: Wikimedia Commons

Auf den ersten Blick sind die Worte „Wahrnehmung“ und „Wahrheit“ scheinbar gemeinsamen Ursprungs. Doch auch wenn die beiden Wörter etymologisch nicht miteinander verwandt sind, besteht n sachlicher Hinsicht ein enger Zusammenhang. Vieles von dem, was wir erkennen und für wahr halten, wird uns durch unsere sinnliche Wahrnehmung vermittelt. Zwar kann uns die Wahrnehmung auch täuschen und Verzerrungen sind nicht auszuschließen. Aber um überhaupt zu Erkenntnissen zu gelangen, sind wir auf die Hilfe unserer Sinnesorgane angewiesen. Gilt das auch für die Erkenntnis des Glaubens, der es doch mit dem Unsichtbaren zu tun hat? Was hat die theologische Wahrheit mit der Wahrnehmung zu tun?

Welchen Anteil hat die sinnliche Wahrnehmung an der religiösen Erkenntnis?
Hat sinnliche Wahrnehmung einen unverzichtbaren Anteil auch an der religiösen Erkenntnis?
Die Naturwissenschaften bieten heute einen umfangreichen Wissensbestand zu den Prozessen der Wahrnehmung. Sind diese Erkenntnisse erschöpfend oder bleibt hier immer noch ein Geheimnis, das wir nur erahnen können? Gibt es Konzepte der Wahrnehmung, die über die naturwissenschaftliche Beschreibung der Sinneswahrnehmung hinausgehen? Kann man überhaupt naturwissenschaftlich erfassen, was in uns und mit uns geschieht, wenn wir Kunstwerke als ansprechend, als schön wahrnehmen? Und wie kommt hier der Glaube ins Spiel?

Diese Fragen standen von Freitag, 7. November 2008, bis Sonnatg, 9. November 2008 im Mittelpunkt der Tagung:

„Ist wahr, was wir wahrnehmen?
Zum Verhältnis von Ästhetik und Theologie“

Die Referate kamen von Theologinnen, Philosophen und Kunsthistorikern.

Im Verlauf der Tagung wurden verschiedene Aspekte des Themas "Wahrnehmung" angesprochen:

Wahrnehmung in theologischer, philosophischer Sicht und aus Sicht der Kunst
Professor Dr. Gernot Böhme vom Institut für Philosophie an der Technischen Universität hielt den Einführungsvortrag über die Bedeutung der Wahrnehmung. Professor Dr. Oswald Bayer von der Universität Tübingen ging auf den Zusammenhang von Hören und Glauben ein, während der Marburger Theologe und langjährige Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, Professor Dr. Dr. Horst Schwebel, den Zusammenhang zwischen Glaube und Sehen aufgriff. Zu den Beziehungen zwischen Theologie und Kunst referierte Dr. habil. Inken Mädler, evangelische Pfarrerin und Privatdozentin an der Universität München.  

Protestantismus und sinnliche Wahrnehmung  - ein Spannungsfeld
Gerade der Protestantismus steht in der Gefahr, die Bedeutung des Ästhetischen zu unterschätzen. Damit setzt sich die Giessener Kirchenhistorikerin Professor Dr. Athina Lexutt in ihrem Beitrag „Wahrnehmung in der Frömmigkeitsgeschichte des Protestantismus“ auseinander. Der 1961 verstorbene französische Philosoph Merleau-Ponty hat der Rolle des Körpers bei der Wahrnehmung eine entscheidende Rolle eingeräumt. Durch den Leib, so Merleau-Ponty, erfahre der Mensch sich selbst und seine Umwelt. Das Konzept des Philosophen steht im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Christian Bermes, außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Universität Trier.

Vernissage der GEDOK
Ein weiterer, besonderer Reiz der Tagung lag im direkten Dialog mit den bildenden Künsten. Sie gab Gelegenheit, Kunstwerke wahrzunehmen und einen Einblick in künstlerische Arbeiten zu gewinnen. Aus Anlasse der Tagung hat die Bonner Künstlerinnengruppe der GEDOK Bonn  Werke geschaffen, die sich mit der Frage "Ist wahr, was wir wahrnehmen?" auseinandersetzen.

Ein gemeinsames Projekt mit der Kirchlichen Hochschule Wuppertal
Die Tagung war eine Kooperation mit der Kirchlichen Hochschule (KiHo) Wuppertal. Die Moderation lag bei Professor Dr. Johannes von Lüpke von der KiHo und Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang.

Die Tagung setzt eine Tagungsreihe zur Rolle und Praxisrelevanz der Theologie für das Leben im 21. Jahrhundert fort, deren Ergebnisse jeweils in Buchform veröffentlicht werden.    

Das ausführliche Programm der Tagung finden Sie am Schluss dieses Artikels zum Download. 

Dokumentiert die Tagungen: Akademiereihe "Begegnungen" Dokumentiert die Tagungen: Akademiereihe "Begegnungen"

 Bisherige Veröffentlichungen zur Tagungsreihe

"Rolle und Praxisrelevanz der Theologie
für das Leben im 21. Jahrhundert"

Die Furcht des Herrn ist aller Weisheit Anfang
Hg.: Frank Vogelsang, Mülheim a. d. Ruhr 2003
ISBN 3-037621-00-8, € 9,00.

Unser Bild von der Welt und der Glaube an Gott
Wahrnehmungen in den Naturwissenschaften, in der Alltagserfahrung und der theologischen Weisheit
Hg.: Frank Vogelsang, Bonn 2005 (vergriffen)
 
Wie kommt Gott in die Sprache?
Theologische und philosophische Ansätze.
Hg.: Frank Vogelsang, Bonn 2006
ISBN 3-937621-12-1, € 9,00.

An der Grenze unseres Lebens
Erfahrungen in der Nähe des Todes und ihre theologische Deutung.
Hg.: Frank Vogelsang, Bonn 2007
ISBN 978-3-937621-20-3,  € 9,00

Quellen des Sinns
Wie kommt der Sinn in die Welt?
Hg.: Frank Vogelsang, Bonn 2008
ISBN 978-3-937621-23-4, € 9,00

Die Veröffentlichungen können über den Buchhandel oder direkt bei der Akademie bezogen werden.

Ausführliche Informationen zu den Veröffentlichungen finden Sie in unserer Rubrik Publikationen

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Frank Vogelsang/hbl / 28.10.2008



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