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Theologie & Naturwissenschaften

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die verbreitete Auffassung, Theologie und Naturwissenschaften seien zueinander gegensätzlich wie Feuer und Wasser, ist ein Mythos.

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Termine

Hier finden Sie Termine aus dem Themenschwerpunkt Menschenbilder, Weltbilder, Gottesbilder.

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Foto: Raoul Hausmann. Mechanischer Kopf (Geist unserer Zeit), um 1919/1920. Foto: Christian P. Schmieder/Sammlung Siegert, München © VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Raoul Hausmann. Mechanischer Kopf (Geist unserer Zeit), um 1919/1920. Foto: Christian P. Schmieder/Sammlung Siegert, München © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Themenschwerpunkt

Menschenbilder, Weltbilder, Gottesbilder

Gott, Welt und Mensch gehören in der christlichen Rede von Gott untrennbar zusammen. Heute sind die Welt und auch der Mensch mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden immer genauer beschreibbar. Welchen Sinn hat da die Rede von Gott? Sie steht in einem engen Zusammenhang mit einem unergründlichen Geheimnis, dem sich jede Interpretation der Welt und des Menschen stellen muss.

Die christliche Theologie weiß, dass jede Rede von Gott stets mit dem Unaussprechbaren ringt. Die Rede von Gott kann dank der biblischen Texte vieles über Gott aussagen und doch weist sie zugleich immer auch über das hinaus, was wir mit menschlichen Mitteln beschreiben können, wenn sie denn wirklich Rede von Gott ist.

In welchem Verhältnis stehen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zur Rede von Gott?
In welchem Verhältnis stehen nun die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Welt, über den Menschen zu diesem Unsagbaren, dem Geheimnis, auf das sich die Rede von Gott notwendigerweise bezieht? Wie können wir einerseits unser Wissen um Mensch und Welt würdigen und andererseits zugleich die Rede von Gott als eine Weise anerkennen, mit dem Geheimnis umzugehen? Die Rede von Gott hat es in immer auch mit den Grenzen des menschlichen Wissens zu tun. Wie kann man beide Abwege zugleich verhindern, das menschliche Wissen absolut zu setzen oder das menschliche Wissen gegenüber einem religiösen Numinosen abzuwerten?

Die Themenseite knüpft an den Dialog Theologie - Naturwissenschaften an
und fügt neue Aspekte hinzu
Diese Fragen bewegen die Beiträge und Diskussionen auf dieser Seite. Hier wird zudem die bisherige Arbeit der Evangelischen Akademie im Rheinland in dem Themenbereich des Dialogs zwischen Naturwissenschaften und Theologie zusammengefasst und fortgesetzt.

Die Seite steht in einer engen Korrespondenz mit einer weiteren Internetseite der Akademie: www.theologie-naturwissenschaften.de. Diese diskutiert die Themen Mensch, Welt, Gott stärker aus einer wissenschaftlich-disziplinären Perspektive. Zusammen mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart diskutieren wir zudem aktuelle Themen auf der Facebook-Seite: Forum Naturwissenschaft Theologie.

Zum Hintergrund:
In der modernen Gesellschaft eröffnen uns Wissenschaft und Technik viele Möglichkeiten. Wir können unsere Welt in noch nicht da gewesener Weise durchdringen und analytisch beschreiben, unsere Handlungsmacht ist enorm gewachsen. Einerlei, ob es die elementaren biochemischen Bausteine des Lebens, die neuronalen Strukturen unseres Gehirns oder die Ausleuchtung des Universums mit Radioteleskopen sind:

Unser Weltbild ist maßgeblich durch die Erkenntnisse der Wissenschaften geprägt 
Überall erleben wir Fortschritte im Wissen und entdecken neue Horizonte. In der Wissenschaft beschreiben wir die Welt und des Menschen in einem Modus der methodischen Distanzierung. Unser Menschenbild wie auch unser Weltbild sind heute maßgeblich durch die Erkenntnisse der Wissenschaften geprägt.

In unserer persönlichen Wahrnehmung haben wir aber noch andere Zugänge zur Wirklichkeit  
Jedoch erleben wir die Welt, uns nahe stehende Menschen und uns selbst nicht nur als wissenschaftlich zu untersuchendes Objekt, sondern auch dann, wenn wir uns unmittelbar beteiligen, wenn uns etwas nah kommt. Wir finden unsere Identität nicht nur in dem, was wir gestalten und wissenschaftlich ausmessen können, sondern auch in dem, was uns mit anderen Menschen verbindet, in Wertorientierungen, in grundlegenden religiösen oder ästhetischen Erfahrungen.

Grundlegende Fragen des Lebens bleiben konstant
So gibt es manche Ungleichzeitigkeiten: Vieles ändert sich durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik, anderes aber ändert sich kaum. Ganz grundlegende Fragen unseres Lebens bleiben konstant: Wie möchte ich leben? Existiert Gott? Wem kann ich vertrauen? Was ist Liebe? Was ist der Sinn von allem? All diese Fragen weisen auf ein Geheimnis, das eng mit der Existenz der Welt verbunden ist. Der Theologe Eberhard Jüngel hat Gott als Geheimnis der Welt bezeichnet.

Der Themenschwerpunkt "Menschenbilder, Weltbilder, Gottesbilder"
will das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Analyse und christlicher Weltdeutung ausloten

In welchem Verhältnis stehen die wissenschaftliche Beschreibbarkeit und das Geheimnis? Die Diskussionen auf dieser Seite wollen das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Analyse und der Rede von Gott ausloten. Dietrich Bonhoeffer hat in Bezug auf das moderne Weltbild die Feststellung getroffen: „Und wir können nicht redlich sein, ohne zu erkennen, dass wir in der Welt leben müssen – ‚etsi deus non daretur (als ob es Gott nicht gäbe)‘“. Aber zugleich hat er angefügt: „Und eben dies erkennen wir – vor Gott!“ Der Themenschwerpunkt "Menschenbilder, Weltbilder, Gottesbilder" fragt nach den Anknüpfungspunkten und Potentialen, die der christliche Glaube auch im Zeitalter der Wissenschaften bietet, um die Welt und die eigene Existenz zu deuten.

Annäherung an "Menschenbilder, Weltbilder, Gottesbilder" aus verschiedenen Blickwinkeln
Die Diskussionen und Beiträge dieser Seite beziehen unterschiedliche Ebenen der Kommunikation mit ein, eine wissenschaftliche, eine kulturelle und eine religiöse bzw. lebensweltliche Ebene:

1. Interdisziplinäre wissenschaftliche Analyse
Erstens soll das Thema unter einer interdisziplinären wissenschaftlichen Fragestellung bearbeitet werden. Inwieweit prägen die Wissenschaften unser Selbst- und Weltbild? Welchen Beitrag liefern die Neurowissenschaften, die Evolutionsbiologie, die Sozialwissenschaften, um den Menschen besser zu verstehen? Welche Bilder von Welt zeigen sich durch die Ergebnisse der Teilchenphysik, die Geophysik oder auch die Astronomie? Welche Bedeutung hat das für unsere religiöse Orientierung in der Welt?

2. Kulturelle Vermittlung
Wissenschaftliche fundierte Bilder von der Welt brauchen immer auch kulturelle Vermittler. Deshalb soll zweitens soll danach gefragt werden, wie sich unser Bild von uns selbst und von der Welt in kulturell bedeutsamen Bildern und auch in künstlerischem Werken manifestiert.

3. Religiöse Praxis
Drittens soll danach gefragt werden, wie sich unser Selbst- und Weltbild in der religiösen Praxis manifestiert. Hier kommt eine weisheitliche Theologie zum Zuge, die für die Manifestationen des Geheimnisses der Wirklichkeit sensibel ist. Viele alltagsbezogene Fragen stehen hier im Mittelpunkt: Was meinen die drei christlichen Zentralbegriffe „Glaube, Liebe, Hoffnung“? Empfinden sich Menschen als einsame Beter, ist Gott in einer objektiv beschriebenen Welt nur noch „in mir“ zu erfahren? Gilt im Glauben die Devise: Das muss jeder mit sich selbst ausmachen, weil Religion im Gegensatz zu unserer wissenschaftlichen Weltbeschreibung etwas Subjektives ist? Welche Rollen haben religiöse Gemeinschaften? Wie erleben Menschen Erfahrungen mit Gott, wie kommunizieren sie sie?

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