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Gemälde Paul Klee: Hauptweg und Nebenwege (1929). Foto: Wikimedia Commons Paul Klee: Hauptweg und Nebenwege (1929). Wikimedia Commons

Die Rede von Gott als Thema im „Philosophischen Radio“, Live-Sendung in WDR 5

Wovon ist die Rede, wenn wir von Gott sprechen?

Wovon ist die Rede, wenn wir von Gott sprechen? Das war am 1. Juli 2016 Thema des Gesprächs zwischen Jürgen Wiebicke, Moderator der Radiosendung „Philosophisches Radio“ im WDR 5, und Dr. Frank Vogelsang.

Mit der Frage: „Sind wir heute schlauer als ein Mensch des Mittelalters?“ eröffnete Wiebicke das Gespräch. Aus Sicht von Frank Vogelsang ist das jedoch nicht mit dem erwartbaren, eindeutigen „Ja“ zu beantworten.

Die Naturwissenschaften liefern immer mehr objektive Erkenntnisse über die Welt 
„Mit Hilfe der Naturwissenschaften haben wir unbestritten sehr große Fortschritte im Blick auf die Erkenntnis unserer Umwelt, der objektivierbaren Welt gemacht“, so Vogelsang. “Gleichzeitig sind wir aber als Menschen mit unserer Existenz in diese Welt hineingestellt, wir sind mit ihr verbunden, sind Teil dieser Wirklichkeit.“

Gleichzeitig gibt es Bereiche unserer Wirklichkeit, die sich nicht mit Hilfe
von naturwissenschaftlicher Methoden erschließen lassen

Deshalb gibt es Erfahrungen, die wir auch heute nicht naturwissenschaftlich messen und objektivieren, nicht scharf stellen können, weil sie uns zu nah sind und bleiben – tiefe Beziehungen zu anderen Menschen, ästhetische Erfahrungen in Musik und Kunst, ebenso wie unsere Gotteserfahrungen. Wir leben grundsätzlich, so Vogelsang, in einer offenen Wirklichkeit mit unterschiedlichen Zugangsweisen.

Gotteserfahrung ist eine Erfahrung von Wirklichkeit
Gott ist dabei weder etwas Außerweltliches, noch ein subjektiver innerer Zustand, so Vogelsang, sondern ein Gegenüber, eine Erfahrung von Wirklichkeit, die mich passiv, ohne mein Zutun elementar betrifft.

Die Rede von Gott ist existentiell gebundene Rede

„Jede Rede von Gott ist damit eine existentiell gebundene Rede“, so Vogelsang. „Wir moderne Menschen haben trotz der technischen Zivilisation den Autoren der biblischen Schriften vor 2000 Jahren in manchen Fragen nichts voraus. Für das, worum es in der Rede von Gott geht, gibt es keine eindeutig angemessenen Worte. Wer von Gott redet, will immer mehr sagen, als man sagen kann, es entsteht eine elementare Spannung. In den biblischen Texten ist deshalb gleichnishaftes und metaphorisches Reden sehr wichtig.

"Ich kann sie nicht begründen, nur bezeugen"
Die spannungsvolle Rede von Gott operiert in den bestehenden Ordnungen der Wirklichkeit, aber sie macht deutlich, dass die Wirklichkeit sich in keiner der vorfindlichen Ordnungen erschöpft. Deshalb kann man die religiöse Erfahrung, die mit der Rede von Gott einhergeht, als Vorschein einer neuen Wirklichkeit erleben. Die Rede von Gott geht dabei bis an die Grenze des Aussagemöglichen, so Vogelsang. „Ich kann sie nicht begründen, nur bezeugen.“

Das Gespräch ist auf WDR 5 zum Nachhören bereit gestellt 
Das Gespräch ist unter diesem Link als Podcast abrufbar.

Frank Vogelsang: Die Rede von Gott in einer offenen Wirklichkeit, 2016. Bild-LupeFrank Vogelsang: Die Rede von Gott in einer offenen Wirklichkeit, 2016.

Neuerscheinung: Die Rede von Gott in einer offenen Wirklichkeit

Grundlage des Gesprächs war die Neuerscheinung:
Frank Vogelsang, Die Rede von Gott in einer offenen Wirklichkeit
Phänomenologisch-hermeneutische Untersuchungen nach Merleau-Ponty, Ricoeur und Waldenfels
Verlag Karl Alber: Freiburg/München 2016

Informationen zum Buch und eine Leseprobe finden Sie hier unter diesem Link.

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Frank Vogelsang/ hbl / 06.07.2016



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